Verweigert! Der Kongress gegen einen neuen Wehrdienst – und für die Verweigerung aller Kriegsdienste. Am 21. und 22. Juni 2025 im Stadtteilzentrum Vorderer Westen in Kassel.
Die von Olaf Scholz nach dem russischen Überfall auf die Ukraine im Februar 2022 ausgerufene militärische „Zeitenwende“ hat zu einer massiven Aufrüstung der Bundeswehr geführt. Neben neuer Ausrüstung soll es auch neues Personal geben: Von aktuell rund 180.000 soll die deutsche Armee in den nächsten Jahren auf über 200.000 Soldat*innen wachsen. Deshalb und um Deutschland „kriegstüchtig“ zu machen, sollen viele junge Menschen an der Waffe ausgebildet werden. Die Bundesregierung plant daher die Einführung eines – wie sie es nennt – „neuen Wehrdiensts“. Da die Wehrpflicht (Grundgesetz Artikel 12a) lediglich ausgesetzt ist, kann sie schnell wieder reaktiviert werden.
Wie genau der „neue Wehrdienst“ unter der absehbaren CDU/SPD-Koalition aussehen wird, ist noch nicht klar. Doch da die Armee Probleme hat ihren Nachwuchsbedarf durch Freiwillige zu decken, wird sie zunehmend Zwang anwenden, um genug Soldat*innen zu bekommen. Die Nachfrage nach Kriegsdienstverweigerungsberatung (KDV-Beratung) steigt – so wie auch mit der konkreten Zahl der Kriegsdienstverweigerungen der Fall ist: 2022 sind beim zuständigen „Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben“ 951 KDV-Anträge eingegangen, 2023 waren es 1.079 und 2024 sogar 2.241. Dabei verweigern ungediente Zivilist*innen, die vorher noch nicht beim Militär waren, Reservist*innen und sogar aktive Soldat*innen.

Auf dem Verweigert!-Kongress diskutieren wir die (dann) aktuellen Wehrdienstpläne der Bundesregierung, besprechen Strategien diesen politisch zu begegnen und bilden neue Berater*innen aus, um der steigenden Nachfrage nach KDV-Beratung zu begegnen. Ein Ziel des Kongresses ist es das umfangreiche Wissen älterer Generationen über Kriegsdienstverweigerung an jüngere weiterzugeben – denn am besten klären junge Menschen andere junge Menschen auf!
Informationen zum Programm gibt es hier. Die Teilnahme am Kongress sowie die Verpflegung dabei sind kostenlos, um eine Unterbringung müssen sich Teilnehmende aber bitte selber kümmern – hier gibt es ein paar Empfehlungen. Zur besseren Planbarkeit bitten wir um Anmeldung. Und wer bei der Bewerbung des Kongresses mithelfen will, findet dazu hier einige Materialien.